Workation – Remote Work an den schönsten Orten der Welt

Es ist Mittwochmorgen, 9 Uhr. Während meine Kolleginnen im grauen Büro sitzen, öffne ich meinen Laptop auf einer sonnigen Terrasse in Lissabon. Der Duft von frischem Pastel de Nata weht herüber, und gleich nach dem ersten Meeting werde ich mir eine kleine Pause am Tejo gönnen. Klingt nach Urlaub? Ist es nicht – ich arbeite ganz normal. Willkommen in der Welt der Workation.

Das Wichtigste in Kürze

  • Workation kombiniert Remote Work mit Reisen – arbeiten, wo andere Urlaub machen
  • 64% der Beschäftigten interessieren sich laut PwC-Studie 2024 für Workation
  • Top-Destinationen Europa: Lissabon, Barcelona, Budapest, Madeira
  • Wichtig: Zeitzone, Internetgeschwindigkeit und rechtliche Rahmenbedingungen beachten
  • Innerhalb der EU meist unproblematisch, außerhalb gilt die 183-Tage-Regelung
  • Co-Working Spaces bieten professionelle Infrastruktur und Networking
  • Die richtige Vorbereitung ist der Schlüssel zum erfolgreichen Arbeiten auf Reisen

Was ist eine Workation eigentlich?

Der Begriff setzt sich aus „Work“ und „Vacation“ zusammen – aber lass dich nicht täuschen: Es geht nicht darum, im Urlaub nebenbei E-Mails zu beantworten. Eine Workation bedeutet, dass du deinen regulären Job von einem anderen Ort aus erledigst, während du gleichzeitig neue Kulturen, Landschaften und Menschen kennenlernst. Du arbeitest deine normalen Stunden, nur eben nicht vom heimischen Schreibtisch aus.

Der TUI Workation Index 2025 zeigt: Die Nachfrage nach diesem Arbeitsmodell explodiert. Immer mehr Unternehmen bieten ihren Mitarbeiterinnen die Möglichkeit, für einige Wochen oder Monate remote aus dem Ausland zu arbeiten. Und das aus gutem Grund – Studien belegen, dass Workation-Teilnehmerinnen produktiver sind, weniger Burnout-Symptome zeigen und kreativer arbeiten.

Die besten Workation-Destinationen 2025

Nicht jeder Ort eignet sich gleich gut für produktives Arbeiten. Die ideale Workation-Destination bietet schnelles Internet, eine gute Zeitzone, bezahlbare Lebenshaltungskosten und natürlich auch ein bisschen Urlaubsfeeling für die Feierabende.

Destination
Highlights
Zeitzone
Beste Reisezeit
Lissabon, Portugal
23 Co-Working Spaces/100k Einwohner, lebendige Startup-Szene
MEZ
April-Oktober
Barcelona, Spanien
Strand + Stadt, internationale Community
MEZ
Mai-Juni, Sept-Okt
Budapest, Ungarn
Günstig, schnelles Internet, Thermalbäder
MEZ
Ganzjährig
Madeira, Portugal
Digital Nomad Village, Natur pur, mildes Klima
MEZ -1
Ganzjährig
Bali, Indonesien
Günstig, Yoga-Szene, tropisches Flair
MEZ +7
April-Oktober
Gran Canaria, Spanien
EU, gleiche Zeitzone, ewiger Frühling
MEZ -1
Ganzjährig
💡 Zeitzone-Hack:
Wenn du mit deutschen Teams zusammenarbeitest, sind Destinationen östlich von Deutschland (wie Bali) morgens praktisch – du hast deine Aufgaben erledigt, bevor die Kolleginnen aufwachen. Westliche Zeitzonen (wie Kalifornien) bedeuten hingegen, dass du abends noch erreichbar sein musst.

Rechtliches und Praktisches

Bevor du deinen Koffer packst, gibt es einige wichtige Dinge zu klären. Innerhalb der EU ist eine Workation in der Regel unkompliziert – du brauchst kein Visum und kannst bis zu 90 Tage problemlos von dort arbeiten. Außerhalb der EU wird es komplizierter: Die 183-Tage-Regelung bestimmt, ab wann du in einem Land steuerpflichtig wirst.

Kläre unbedingt vorher mit deinem Arbeitgeber ab, ob und wie lange du remote aus dem Ausland arbeiten darfst. Viele Unternehmen haben mittlerweile klare Workation-Policies. Achte auch auf deine Krankenversicherung – eine Auslandskrankenversicherung ist Pflicht.

⚠️ Wichtig:
Steuerliche Fragen sind komplex. Bei längeren Aufenthalten außerhalb der EU solltest du dich unbedingt vorher von einem Steuerberater beraten lassen, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Deine Workation-Checkliste

Eine gute Vorbereitung ist der halbe Erfolg. Hier sind die wichtigsten Punkte, die du vor deiner Workation klären solltest:

Vor der Buchung: Arbeitgeber-Zustimmung einholen, Zeitzone prüfen, Internetgeschwindigkeit am Zielort recherchieren, Lebenshaltungskosten kalkulieren, Visa-Anforderungen checken.

Technische Ausstattung: Laptop mit allen nötigen Programmen, mobiler Hotspot als Backup, Noise-Cancelling-Kopfhörer für Calls, Adapter für lokale Steckdosen, externe Festplatte für Backups.

Unterkunft: Auf stabiles WLAN achten (mindestens 50 Mbit/s), ruhigen Arbeitsplatz sicherstellen, Co-Working Space in der Nähe als Alternative, Langzeit-Mietoptionen sind oft günstiger als Hotels.

Co-Working Spaces und Communities

Du musst nicht alleine arbeiten. An beliebten Workation-Destinationen findest du zahlreiche Co-Working Spaces, die nicht nur schnelles Internet und ergonomische Arbeitsplätze bieten, sondern auch die Möglichkeit, andere Remote-Arbeiterinnen kennenzulernen. Plattformen wie Wifi Tribe oder Remote Year organisieren sogar komplette Workation-Programme mit einer festen Community, die gemeinsam von Ort zu Ort zieht.

Wenn du gerne alleine reist, bieten diese Communities eine gute Möglichkeit, Anschluss zu finden, ohne auf deine Unabhängigkeit verzichten zu müssen.

🔍 Realitäts-Check:
Workation klingt glamourös, aber sei ehrlich zu dir selbst: Kannst du diszipliniert arbeiten, wenn der Strand nur fünf Minuten entfernt ist? Nicht jede ist für dieses Modell gemacht – und das ist völlig okay. Teste es vielleicht erst mit einem kürzeren Trip, bevor du für drei Monate nach Bali gehst.

Tipps für produktives Arbeiten unterwegs

Der größte Fehler, den Workation-Neulinge machen: Sie unterschätzen, wie wichtig Routine ist. Nur weil du an einem neuen Ort bist, heißt das nicht, dass du plötzlich ohne Struktur produktiv sein kannst. Im Gegenteil – gerade am Anfang brauchst du klare Arbeitszeiten und Rituale.

Starte deinen Tag mit einer festen Morgenroutine. Arbeite die wichtigsten Aufgaben am Vormittag ab, wenn deine Energie am höchsten ist. Nutze die Mittagspause für einen kurzen Spaziergang und erkunde die Umgebung. Und ganz wichtig: Setze dir ein klares Feierabend-Signal, damit Arbeit und Freizeit nicht verschwimmen. Ein Digital Detox am Abend hilft, wirklich abzuschalten.

„Die beste Workation ist die, bei der du abends das Gefühl hast, sowohl produktiv gearbeitet als auch etwas Besonderes erlebt zu haben.“

Die Nebensaison nutzen

Ein großer Vorteil der Workation gegenüber klassischem Urlaub: Du bist nicht an Ferienzeiten gebunden. Nutze das! Die Nebensaison (Mai/Juni und September/Oktober) bietet nicht nur günstigere Preise, sondern auch angenehmere Temperaturen und weniger Touristen. In Südeuropa ist der Frühling und Herbst ideal – nicht zu heiß zum Arbeiten, aber warm genug für Strandabende.

Die Kanarischen Inseln oder Madeira sind ganzjährig attraktiv und bieten auch im deutschen Winter angenehme 20 Grad – perfekt, wenn du dem grauen November entfliehen willst, ohne auf die andere Seite der Welt zu fliegen.

✨ Fazit:
Workation ist mehr als ein Trend – es ist eine echte Chance, Arbeit und Lebensqualität neu zu definieren. Mit der richtigen Vorbereitung, einem verständnisvollen Arbeitgeber und etwas Selbstdisziplin kannst du das Beste aus beiden Welten kombinieren: produktiv arbeiten und gleichzeitig die Welt entdecken. Worauf wartest du noch?